Historische Wegeverbindungen wiederentdeckt

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Zur Wiederentdeckung eines historischen Pilgerweges zwischen Palingen und Lockwisch lud die »Ini« am 19. September 2020 bei schönstem Spätsommerwetter ein.
„Wir möchten dafür sorgen, dass die Gemeinden wieder stärker zusammenwachsen, direkte Wegeverbindungen gehören dazu“, erläuterte Petra Zacharias,  Vorsitzende der Initiative Lüdersdorf bei ihrer Begrüßung: „Diese Wegstrecke gehört zu einem übergeordneten Wegekonzept, das die Initiative umsetzen möchte, um Erholung für Wanderer, Fahrradfahrer und Reiter in der eigenen Gemeinde zu ermöglichen.“ Wie wichtig das Thema ist, insbesondere in Zeiten eingeschränkter Reiseaktivität, zeigten 40 Interessierte, die der Einladung gefolgt waren. Unter ihnen Gemeindevertreter aus Selmsdorf, Dassow und Schönberg sowie Einwohner aus den betroffenen Gemeindeteilen und sogar aus Lübeck. Auch die Bürgermeister der Gemeinden Schönberg und Selmsdorf Stephan Korn und Marcus Kreft waren mit von der Partie.

Der Weg der einst, so zeigt es eine historische Landkarte, zum nördlichsten deutschen Jakobsweg »Via Baltica« gehörte, startet von Palingen und Lockwisch aus jeweils als gut begehbarer und befahrbarer Feldweg. In seinem Mittelteil wurde er jedoch überpflügt, so dass die circa fünf Kilometer lange Pilgerstrecke nun gekappt ist. Zwischen den Ackerflächen wartet ein verwunschener alter Redder auf Wiederentdeckung durch Pilgerer und Fahrradwanderer. Dass der Pilgerweg aktuell von Palingen über Herrnburg, Lüdersdorf und Wahrsow geführt wird, mutet den Pilgern nicht nur einen großen Umweg auf Asphaltstrecken zu, sondern enthält ihnen auch einen Naturweg vor, der einzigartige und kilometerweite Ausblicke in die hügelige Feldmark zwischen den Gemeinden ermöglicht. Allzu groß dürften die Hürden nicht sein, denn der Weg ist bereits Bestandteil des Landschaftsplanes, der 2004 von der Gemeindevertretung Lüdersdorf beschlossen, bisher aber nicht umgesetzt wurde. Auch Stephan Korn, Bürgermeister der ebenso vom Weg betroffenen Gemeinde Schönberg unterstützt die Planung zur Reaktivierung des Weges. Und der Selmsdorfer Bürgermeister Marcus Kreft kann vom Erfolg bereits wiederhergestellter Radwegeverbindungen in seiner Gemeinde berichten. Der zunehmenden Begeisterung und Notwendigkeit für naturnahe Fortbewegung gezollt, setzt sich die Initiative dafür ein, dass nicht nur diese reizvolle Wegstrecke möglichst bald reaktiviert wird, sondern weitere Wander- Rad- und Reitwege, die im Landschaftsplan bereits festgeschrieben sind. Seit 2004 schlummern sie ebenso wie die Fördermittel, die die EU für Fahrradwege zur Verfügung stellt. Nimmt man die Strecke zwischen Palingen und Lockwisch unter die eigenen Fußsohlen, wird jedenfalls schnell klar: So geht Pilgern!
Susanne Pröpsting