Standpunkte

In der Gemeinde Lüdersdorf hat sich rechtzeitig vor der Kommunalwahl am 26. Mai eine neue Wählergemeinschaft gegründet. Ihr Name ist Programm: „Die Initiative für eine ökologische und soziale Politik in der Gemeinde Lüdersdorf“, kurz die „Initiative“, setzt sich für eine stärkere Gewichtung von Umweltthemen, für soziale Gerechtigkeit und gegen „Hinterzimmer-Politik“ in der Gemeinde ein.

Sieben Frauen und drei Männer bewerben sich auf der Liste der „Initiative“ für einen Sitz in der Gemeindevertretung. Sie üben unterschiedlichste Berufe aus und wollen sich vielfältig in die Gemeindearbeit einbringen. Unterstützer und Gründungsmitglieder der „Initiative“ kommen aus allen Ortsteilen der Gemeinde und decken ein Altersspektrum von derzeit 14 bis 67 Jahre ab.

Auf Listenplatz 1 und als Bürgermeisterkandidatin haben die Mitglieder Petra Zacharias gewählt. Die 56-Jährige aus Herrnburg gehört seit 2014 der Gemeindevertretung an. Als parteilose Bürgermeisterkandidatin erhielt sie bei der Wahl vor fünf Jahren knapp 45 Prozent der abgegebenen Stimmen. Am 26. Mai stellt sie sich nun ein zweites Mal zur Wahl.

 
Transparenz und Mitgestaltung
 

Ein wichtiges Ziel der von ihr mit gegründeten „Initiative“ formuliert Petra Zacharias so: „Die politischen Entscheidungen, die auf kommunaler Ebene getroffen werden, betreffen die Bürgerinnen und Bürger direkt. Deshalb wollen wir, dass diese Entscheidungen transparent und nachvollziehbar zustande kommen.“

Petra Zacharias und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter wollen in der Gemeindevertretung über Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg sachlich und konstruktiv arbeiten.

„Auch für interessierte Bürgerinnen und Bürger muss es möglich sein, an den Sitzungen der Gemeindevertretung teilzunehmen und bei Themen, die ihnen wichtig sind, mitzureden und sich einzubringen.

Deshalb wird eine Änderung der Hauptsatzung angestrebt, mit der die Bürgerinnen und Bürger Rede- und Fragerecht, auch zu Punkten auf der Tagesordnung bekommen.“

 
Förderung der Umwelt und der dörflichen Strukturen
 

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Erhalt und die Förderung der Umwelt und der dörflichen Strukturen. Kandidatin Nina Strugalla dazu: „Es ist nicht richtig, die Politik des Wachstums ohne Augenmaß weiter voranzutreiben. Die Gemeinde ist in den letzten 30 Jahren erheblich gewachsen. Jetzt müssen Maßnahmen ergriffen werden, die unsere Gemeinde als lebendigen und lebenswerten Ort erhalten und gestalten.“

Dazu gehört laut „Initiative“ unter anderem eine vernünftige Radwege-Anbindung aller Ortsteile, Nahverkehrslösungen und Carsharing, zu dem es in Palingen bereits durch die Kandidatin Alexandra Stauvermann eine Bedarfserhebung mit konkreten Ideen zur Umsetzung gibt.

Petra Zacharias: „Mit einer modernen städtebaulichen Planung können wir ohne gigantisches Industriegebiet – wie in Wahrsow geplant – und ohne millionenschwere Verschuldung einen stabilen Haushalt erstellen. Statt Versiegelung unseres besten Ackerlands wollen wir den ökologischen Landbau stärken und attraktiver machen.“

Ein zentraler Punkt, der viele Eltern in der Gemeinde bewegt, ist die Schaffung eines Gastschulabkommens zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Das derzeitige Verfahren ist unzumutbar und bedarf dringend einer Änderung. Petra Zacharias hat als Gemeindevertreterin bereits zu beiden Staatskanzleien Kontakt aufgenommen und erreicht, dass die Bildungsministerinnen noch in diesem Jahr Beratungen zu dem Thema aufnehmen.