Lebendige Lern- und Begegnungsräume für Lüdersdorf – Schulhofprojekt startet

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Wer schon einmal gesehen hat, wie Kinder nach einer anstrengenden Unterrichtsstunde auf dem Schulhof aufblühen, weiß wie wichtig solche Orte sind: Pausenräume sind Lebensräume. Sie geben Energie, fördern Gemeinschaft und machen Schule zu einem Ort, an dem man sich wohlfühlen kann. Hier wird gelacht, gespielt, geredet – und gelernt, ohne dass es sich wie Lernen anfühlt.

Genau diese Idee steht im Mittelpunkt des Projekts des Vereins Oase Schule e.V., das jetzt in seine Startphase geht. Ziel ist es, die Schulhöfe der Regionalen Schule mit Grundschule Lüdersdorf an den beiden Standorten in Herrnburg und Wahrsow so zu gestalten, dass sie weit mehr sind als bloße Pausenflächen. Sie sollen Orte des Miteinanders werden – offen, lebendig und nachhaltig.

Unsere Schülerinnen und Schüler verbringen einen großen Teil ihres Alltags auf diesen Flächen. Deshalb sollen sie auch die Hauptrolle in diesem Projekt spielen. Gemeinsam mit ihren Lehrkräften entwickeln sie erste Ideen, wie die Schulhöfe in Zukunft aussehen und genutzt werden können. Welche Orte laden zum Spielen ein? Wo kann man sich zurückziehen, zur Ruhe kommen, vielleicht auch draußen lernen? Und wie können Natur, Bewegung, Gemeinschaft und Lernen miteinander verbunden werden?

In Workshops, Gesprächen und kleinen Gestaltungsübungen entstehen in den nächsten Wochen die ersten Entwürfe. Noch ist vieles offen, doch der Weg ist klar: Die Kinder und Jugendlichen gestalten ihre Lern- und Lebensräume aktiv mit. Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und gemeinsam Lösungen zu finden. So wird aus der Schulhofgestaltung ein Lernprozess, der weit über das eigentliche Bauen hinausgeht – ein Projekt für Kopf, Herz und Hand.

Dabei geht es nicht nur um die Schulzeit. Beide Flächen – in Herrnburg und in Wahrsow – sind auch Begegnungsorte für das Dorfleben. Nach Schulschluss, an Wochenenden oder bei Veranstaltungen werden sie vielfältig genutzt. Die Schulhöfe sollen daher künftig auch den Charakter gemeinschaftlicher Dorfplätze tragen: offen für Bewegung, Begegnung und Miteinander über Generationen hinweg.

Nachhaltigkeit spielt dabei eine große Rolle. Begrünte Bereiche, natürliche Materialien, Schatten- und Ruhezonen, aber auch wettergeschützte Flächen sollen das Gesamtbild prägen. Ziel ist es, Orte zu schaffen, die auch den kommenden Generationen Freude bereiten, pflegeleicht sind und das Klima schonen.

Natürlich braucht ein solches Vorhaben Zeit. Doch der Anfang ist gemacht. Die ersten Fortbildungen für das Schulpersonal haben begonnen, damit Lehrkräfte die kommenden Beteiligungsphasen gemeinsam mit ihren Klassen gestalten können. Schritt für Schritt wächst so ein Projekt, das nicht nur die Schulhöfe verändert, sondern das Denken darüber, was Schule und Dorfleben verbinden kann.

Die nächsten Schritte bestehen darin, die entstandenen Ideen der Schülerinnen und Schüler zu sammeln, weiterzuentwickeln und zu prüfen, welche Vorschläge tragfähig und gut umsetzbar sind. Anschließend entstehen daraus konkrete Entwürfe, die in den Kalenderjahren 2026 und 2027 zur Grundlage für die bauliche Gestaltung werden.

Am Ende soll etwas entstehen, das über Architektur und Ausstattung hinausgeht: Ein Stück gelebte Gemeinschaft – von Kindern gedacht, von der Schule getragen, von der Gemeinde unterstützt, von allen gemeinsam geschaffen. Oder, um es einfach zu sagen: ein Ort, an dem man gern zusammenkommt.

Henning Klöpfel
für den Verein Oase Schule