Enger Durchlass des Palinger Bachs an der Mühle Herrnburg

Überschwemmungsrisiko an Herrnburger Mühle bleibt – INI-Antrag abgelehnt

Aktuell ANTRÄGE DER INI

Die ehemalige Herrnburger Mühle am Palinger Bach wird regelmäßig von einem hohen Wasserstand bedroht. Ursächlich ist ein zu enges Rohr stromabwärts, das den Bach unter einem Weg hindurch führt. In Zeiten starken Wasserflusses staut sich hier das Wasser so hoch, dass es das angrenzende Gebäude erreicht.

Dies ist nicht nur für die Bewohner ein Problem, sondern auch eine Belastung für die Freiwillige Feuerwehr Herrnburg. Diese muss immer wieder gerufen werden, um das Haus mittels einer Sandsackbarriere zu schützen. Da diese Barriere nur eine provisorische Lösung ist, wird sie bei niedrigem Wasserstand wieder abgebaut. Steigt das Wasser wieder, geht das Ganze wieder von vorne los.

In der Sitzung der Gemeindevertretung am 24. März 2026 beantragte die INI, dieses Problem nachhaltig zu lösen. Ein Planungsbüro sollte beauftragt werden, mehrere Lösungs-Varianten im Hinblick auf ihre Vorteile zu vergleichen. Dieser Variantenvergleich ist Voraussetzung für eine Förderung im Rahmen der Renaturierung des Palinger Bachs. Gelingt dies, wird die Maßnahme zu 90 Prozent durch das Land MV gefördert.

Der Antrag erhielt nicht die notwendige Mehrheit. Der Bürgermeister vertrat überraschenderweise die Ansicht, dass die Beseitigung des Problems zusammen mit einer weitgefassten Renaturierung des Palinger Bachs durchgeführt werden und nicht als separate Maßnahme vorgezogen werden sollte. Diese Gesamt-Renaturierung wird sich noch sehr lange hinziehen, da vor der eigentlichen Renaturierung zuerst ein Flurordnungsverfahren durchgeführt wird, das mehrere Jahre dauern wird.

Die neue Position des Bürgermeisters ist umso überraschender, als im September letzten Jahres der Wasser- und Bodenverband (WBV) durch die Gemeinde beauftragt wurde, genau dieses Problem als separate, kurzfristige Maßnahme zu lösen. Dieser Beschluss erhielt die Zustimmung des Bürgermeisters und der CDU-Fraktion.

Die INI hatte im Vorfeld darauf hingewiesen, dass der WBV-Planung ein Variantenvergleich sowie die Zustimmung einer Eigentümerin fehlt und diese daher nicht förderfähig sein würde. Konsequenterweise lehnten wir daher diesen Beschluss ab. Im November 2025 teilte der WBV der Gemeinde dann mit, dass der Förderantrag abgelehnt wurde und das Vorhaben durch den WBV nicht weiter verfolgt wird.

Die Gemeinde steht also wieder am Anfang. Eine konkrete Lösung des Problems ist aktuell nicht in die Wege geleitet. Für uns war es offensichtlich, dass die Gründe für die Ablehnung der Förderung einfach zu beheben sind. Genau das wollten wir mit unserem Antrag beschleunigen. Das Abstimmverhalten des Bürgermeisters sowie der Mehrheit der Gemeindevertreter lässt uns ratlos zurück und wird die Bewohner der Mühle und die Feuerwehr Herrnburg noch auf längere Zeit weiter belasten.

Der INI-Antrag im Original